Freitag, 25. März 2016

Warum die Federspuren schweigen

Zu Beginn des Jahres habe ich mich aus dem WWW und vor allem aus Facebook zurückgezogen. Dies beschloss ich auch mehreren Gründen, unter anderem meine gesundheitlichen Angeschlagenheit. Ebenso musste / muss ich mir eine Auszeit gönnen, um wieder Energie zu tanken und dem Leben etwas Schnelligkeit zu entnehmen. Doch war die Auszeit lediglich im privaten Bereich angedacht, doch schnell litten auch die Federspuren darunter. Meine Schreibblockade schien kein Ende zu nehmen und ich glaubte ernsthaft das Schreiben verlernt zu haben. Ein ganz schreckliches Gefühl. Auch das gezwungene Hinsetzen und Losschreiben hat einfach nicht funktioniert. Die Worte wollten nicht fließen, die Finger lagen wie Blei auf der Tastatur und die schwierigen Recherchen zum historischen Skript gaben mir den Rest. Ich wollte tatsächlich aufgeben. Aber jeder leidenschaftliche Schreiber, weiß wie schmerzhaft das ist. Allein das Gefühl macht dich fertig.

Infiziert
seit ich die Feder
auf das Papier setzte,
und mit Leidenschaft
die Splitter der Gedanken
zu Geschichten formte.

Unheilbar
seit ich das erste Lächeln sah,
das durch meine Feder
auf ein Gesicht gezaubert wurde
und meinen Träumen
Flügel gab

(Gedicht "Virus" aus d. Jahr 2008)

Unheilbar?
Also kann es doch nicht sein, dass ich plötzlich nicht mehr infiziert bin, oder doch? Ich war hin und hergerissen. Irgendetwas musste ich tun. So wandte ich mich schweren Herzens vom großen Projekt ab und konzentrierte mich auf eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung in der Hoffnung wieder in einen Schreibfluss zu kommen. Fünf Anläufe waren nötig und dann, habe ich erneut aufgegeben.

Nach ein paar Tagen las ich die Ausschreibung des Sperling Verlags "Feen und Elfen".
"Wir suchen schaurig-schöne Geschichten über Elfen und Feen."
Eigentlich kein Thema das ich unter normalen Umständen anziehend gefunden hätte, doch diesmal sah ich die Ausschreibung als Chance.

Beim Schreiben von Shortstory habe ich habe ich einen groben roten Faden, mehr aber nicht. Da die letzten fünf Kurzgeschichtenanläufe in die Hose gegangen waren, musste ich die Sache diesmal anders angehen. D.h. ich habe geplottet. Und es hat funktioniert! "Die Fee im Glas" ist fertig und kam bei den Probelesern und dem ersten Betadurchgang gut an! Als ich die Rückmeldung meiner Beta las mit den Worten "Uiuiui – wow! Was für ein unerwartetes Ende!" ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. Kann ichs etwa doch noch?

Die Fee geht nach einer weiteren Betarunde an den Verlag und dann ich tatsächlich mal wieder bei einer Ausschreibung dabei. Als nächstes ist erneut eine Kurzgeschichte geplant, um wieder in den sogenannten "Flow" zu kommen. Drückt mir die Daumen.