Donnerstag, 27. September 2012

Tagtraum

Menschen drängen sich dicht an den Rand, um die Ersten zu sein. Ein Sitzplatz im Sardinenexpress Richtung Feierabend ist schwer begehrt.
Der Rucksack benötigt ebenfalls einen Platz. Direkt daneben, am besten am Fenster. Sie schnaufen laut und unmissverständlich, sollte man sich die Freiheit nehmen und die Bitte äußern, den Sitzplatz einnehmen zu dürfen, die der Rucksack noch belegt. Langsam hebt der Mensch seine Tasche auf den Schoß - mürrische Gesichter. Smartphone in der Hand, Smartphone am Ohr ,Big Brother is watching you' denn Lebensgeschichten werden erzählt und das ganze Abteil hört zu - muss zu hören - eine andere Chance gibt es nicht. Nur der MP3-Player kann mich noch retten. Abtauchen, versinken, Abschalten ... unmöglich, wenn die Türen aufgehen und der nächste Schwall an Menschen in die Stadtschnellbahn mit kostenloser McDonlaldsfett-Bierfahne einkehrt. Regenfäden klatschen auf die Scheiben. Messerscharf, als wollten sie in das Glas ritzen: >gefangen<. Gefangen in der steifen, blinden Gesellschaft. Zwang, Vernunft, Hierarchien, Bürokratie, Altlasten. Schweigen, wenn man reden möchte - lächeln, wenn einem zum Weinen ist.  Die Lautstärke der Musik auf Anschlag. Augenschließen - verschwinden, flüchten. Rettungsanker - Tagtraum: 

Die Füße vergraben im Sand, der Blick schweift über das Meer. Tief atme ich den Geruch des Salzes, der in der Luft liegt, und etwas wie Unbekümmertheit legt sich auf meine Seele. In der Ferne vereint sich der Horizont mit dem Ozean, während die Sonne sich dunkler färbt und das Meer mit Küssen liebkost. Ein kleines Boot fährt hinaus - auf dem Weg zum Fischen in der Nacht. Sorgen und Stress sind in der Wirklichkeit geblieben. In diesem Tohuwabohu Namens Realität - dort, wo ich mich kränklich fühle. Die Diagnose ist simple - sie liegt zu meinen Füßen: Fernweh, Reisefieber ... Flucht. Die Heilung zum Greifen Nahe und doch so weit entfernt. Tausende von Kilometern weit weit weg. Fort von hier, fort von dem, was mir die Luft zum Atmen raubt. Ausgebrannt und ausgetrocknet durste ich nach Ferne. 

Die Lautsprecher surren. Ein Fuß schmerzlich auf dem Meinem. Der Ärmel einer fremden Jacke in meinem Gesicht. Nächste Station: Flughafen / Airport, Ausstieg in Fahrtrichtung links. Der Traum zerplatzt wie eine Seifenblase. Ich bin hier, die Realität hat mich eingeholt. Die Menschen steigen aus, ich fahre weiter und atme Gewohnheit.
Die Füße vergraben im Sand, der Blick schweift über das Meer. Bald schon ... bald.

(c)2012 Stefanie Bender


Mit dieser kleinen Geschichte verabschieden sich die Federspuren in den späten und verdienten Sommerurlaub. Spuren gibt es wieder ab Mitte Oktober. Bis dahin wünsche ich Euch einen schönen, hoffentlich sommerlichen Start in den Herbst. 



Samstag, 8. September 2012

Elfenschrift & Kriminews


Bereits über eine Woche ist die neue Elfenschrift alt. Ich habe es einfach nicht geschafft einen neuen Eintrag für die Federspuren zu schreiben bzw. nach meinem momentanen Brotjobstress keinen Nerv dazu gehabt ;)
Ja, die Elfenschrift ist da und meine Kurzgeschichte "Vergiss nicht zu träumen" hat einen wunderschönen Platz gefunden - genau in der Mitte. Selbstverständlich würde ich mich über ein Feedback freuen, falls ihr die Elfenschrift und meine Story gelesen habt. Von ein paar Wenigen, habe ich schon eine positive Rückmeldung erhalten, die mich sehr gefreut hat. 
 
Über weitere kreative Ereignisse kann ich leider nicht berichten. Mir hat schlichtweg die Zeit gefehlt. Meist war ich nach der Arbeit so K.O., dass es kein gerader Satz auf das Papier geschafft hat. Zu was ich mich gezwungen habe, war die Korrektur des Krimis. Zum Glück ging es diesmal sehr schnell und das Feedback nach der Generalüberholung war durchweg gut. Das macht mir etwas Hoffnung und Mut die Erzählung spätestens in drei Wochen zum Verlag zu schicken. 30.09.2012 ist Einsendeschluss für die Ausschreibung "Intrigen, Mord und Bösewichte" und für mich der Startschuss in den wohlverdienten Urlaub!